Der Gottesdienst

Offene Kirche und stilles Gebet

Seit Ostern dürfen die Kirchen wieder geöffnet sein – nicht zum öffentlichen Gottesdienst, sondern zum stillen Gebet. Mit Abstand natürlich, aber das ist kein Problem, die Kirche ist groß, der Andrang überschaubar, die Türen stehen offen.
Seit Ostern machen wir das jetzt so. Die Kirche ist offen, jeden Freitag von 18-19 Uhr und jeden Sonntag von 10-12 Uhr. Klingt vielleicht erstmal nicht spektakulär, ist es aber doch. Ein ganz besonderes Erlebnis.
Die Kerzen brennen, es ist warm und einladend. Sonnenstrahlen fallen durch die Fenster, leise klingen Orgeltöne. Dann ein ganz neuer Ton: Schilfrohrflöte kann Töne machen zum Gänsehautkriegen. Und dann die Harfe... Und immer wieder: Stille.
Da ist etwas in unserer Kirche, das ist jetzt durch die Stille und die zarten Töne noch mehr sichtbar, spürbar. Es weitet sich aus in mir, im Raum. Ich nehme Dinge wahr, die ich sonst noch nicht gesehen habe. Dass z.B. hinter dem vergoldeten Kreuz mit dem sterbenden Jesus, genau dahinter, der lebendige Jesus zu sehen ist, der Auferstandene. Auf dem Abendmahlsbild. Gott, der sich schenkt mit vollen Händen. Immer. Und wie ein heller Schein um ihn gemalt ist wie vom Osterlicht.
Stilles Gebet – geschenkte Zeit in einem ganz besonderen Raum. Da kommt man zu sich selbst und zu Gott, mit allem, was ist. Mit Freude und Dankbarkeit, mit Sorgen, Erinnerungen und Tränen. Alles darf sein. Wenn man sich Gott öffnet, begegnet man ihm, der heilen kann, mit uns weinen, mit uns lachen. Und vielleicht ist das in dieser Zeit ganz besonders zu spüren. Eine Chance...
Melanie Simon

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    IGNATIANISCHE NACHBARSCHAFTSHILFE

 

 

Sehr geehrte Pastorin Simon,
was habe ich von CSU (nahen) Personen Schläge bekommen, als ich sagte, dass Corona und Klimakrise gleich wichtig und gleich tödlich seien! Das sei doch nicht vergleichbar!
Doch durchaus: Die eine Krise ist halt spürbar, die andere scheint weit weg. In Deutschland hat durch den Klimawandel schlimmstenfalls die Bahn Probleme bei „Extremwetter", anderswo sterben schon jetzt viele tausend Menschen – Stichwort Dürrekatastrophe in Südafrika. Aber auch in der Klimakrise fahren wir sehenden Auges an die Wand: Wir haben nur noch 5-10 Jahre, um das Schlimmste zu verhindern.
Aber: Die Coronakrise kann uns viel lehren, was dann hoffentlich nach ihrem Ende nicht vergessen wird: Zunächst, dass man vieles machen kann, ohne mit Auto oder Flugzeug unterwegs zu sein. Es ist doch schon ironisch, dass Corona uns anscheinend hilft, die Klimaziele 2020 doch noch zu erfüllen! Sowohl in China als auch Deutschland geschieht plötzlich vieles, was auch Ozeanien und Afrika hilft.
Oder: Entschleunigung hat gute Seiten: Für die Familie, Lesen, Gartenarbeit.... Oder zum Stichwort Solidarität: Wenn wir uns aktuell darüber aufregen, dass Jugendliche sagen: „Corona ist mir egal – ich bin jung!", sollten die Älteren sich fragen, was der Unterschied ist, wenn sie selber sagen: „Ich bin älter, wenn die Klimakrise kommt, bin ich tot."
Dies, und vieles mehr, sollte uns, wenn die Krise hoffentlich glimpflich zu Ende ist, daran erinnern: Folgte man in der Coronakrise bereitwillig dem Rat der Wissenschaft und spielten Verbote und Geld auf einmal keine Rolle, warum sollte man dies nicht dann auch für den Kampf gegen unser kippendes Weltklima anwenden?
In diesem Sinne gilt für mich: Keine Krise ist so schlimm, dass sie nicht auch gute Seiten hat und dass wir klüger, verständiger und solidarischer aus ihr hervorgehen könnten. In diesem Sinne: Gott befohlen,

Ihr Jörg Alt SJ (Nürnberg)

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In der Regel findet der Gottesdienst jeden Sonntag um 10.00 Uhr statt.

Das kirchliche Leben in Asendorf zeichnet sich durch eine Vielzahl von besonderen Gottesdiensten im Verlauf des Kirchenjahres aus. Zu einem besonderen Höhepunkt hat sich hierbei der Gottesdienst "Kirche kommt auf’s Dorf" herauskristallisiert. Jedes Jahr bereitet ein anderer Ortsteil diesen Außengottesdienst vor.

Weitere aktuelle Gottesdienst- und andere Gemeindetermine finden Sie in unserem Gemeindebrief.